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Ansprache der Kuratorin |
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Herzlich willkommen in unserer
Gemeinde,
liebe junge konfirmierte
Gemeindemitglieder –
jedes Jahr suche ich nach
einer passenden Anrede,
die der Situation besser
entspricht –
eine bessere ist mir immer
noch nicht eingefallen.
Aber diese komplizierte Anrede
ist gleichzeitig eine Abkürzung.
Ein Kürzel für vieles, was
ich Euch jetzt sagen möchte.
Aber keine Angst, als alte Pädagogin
weiß ich schon:
zu viel darf´s auch nicht
sein, sonst bleibt gar nichts davon in Erinnerung.
Also: KONFIRMIERT seid ihr
nun. Wieso eigentlich?
Zunächst einmal: Es war Euer
eigener, selbständiger Entschluss,
diesen Weg zu gehen, euch
einzulassen,
zunächst einmal auf den Kurs,
d.h. auf ein gutes halbes Jahr
in ungewohnter Umgebung, in
eine ganz neuen Gruppe.
Aber nicht irgend einer
Gemeinschaft sondern die eurer Pfarrgemeinde,
in die ihr durch Eure Taufe
hineingewachsen seid.
Also zunächst –
unbeeinflusst von Euch - die Zugehörigkeit zu uns,
zur Reformierten Stadtkirche
in Wien I.
Und dann Euer eigener Schritt:
Ja, ich möchte gerne auch
weiterhin mit dieser Kirche,
dieser Gemeinde was zu tun
haben – ich gebe diese Bestätigung –confirmation ! –
die Konfirmation für die
Entscheidung meiner Paten und Eltern,
die vermutlich an die 15 Jahre zurückliegt.
Ein Bekenntnisakt, eine
bekenntnishafte Entscheidung.
Nun gehe ich davon aus, dass
Ihr Euch in den letzten Monaten
vielleicht auch manchmal gefragt habt, ob das
jetzt auch alles so richtig ist.
Vielleicht gab es ja auch
interessantere Alternativen zum Konfi-Kurs,
die Euch auch gereizt hätten.
Damit will ich keineswegs die
Arbeit Pfr. Langhoffs und seines Assistententeams herabsetzen, aber ich hab da
so meine Phantasien, die wie alle Phantasien von Erwachsenen natürlich aus
meiner eigenen Biographie, aus meinen eigenen Erinnerungen kommen.
Und zu dieser Entscheidung,
dass ihr nämlich dran geblieben seid,
dazu möchte ich Euch einfach
gratulieren.
Denn das wissen wir Älteren
schon:
So selbstverständlich ist das
heute nicht mehr,
dass sich junge Leute auf so
einen Prozess einlassen.
Ich wette, dass ihr in Euren
Schulklassen zu einer Minderheit zählt,
als SchülerInnen die zu
Konfirmation oder Firmung gehen.
Dass es offensichtlich geglückt
ist für Euch in diese Gruppe,
in diese kleine Gemeinschaft
des Konfi-Kurses hineinzufinden,
das freut mich natürlich auch.
Ein wenig konnte ich Euch ja
aus der Ferne beobachten, wenn ihr im Haus aus oder eingegangen seid und meist
nur in der Gruppe aufgetreten seid.
Und auch da bin ich ganz
sicher, dass ihr selber,
jede und jeder von Euch,
entsprechend dazu beigetragen
hat, dass es so geworden ist.
Und da bin ich schon bei dem
ureigensten Begriff „GEMEINDE“.
Diese Gemeinschaft des
Konfi-Kurses war sozusagen eine Einübung in das was Gemeinde sein kann:
Ein Miteinander, in dem
man/frau Interessen teilt,
Pläne entwickelt, Unternehmen
plant, sich auf andere einlässt.
Das Besondere dran ist aber
das was uns miteinander verbindet,
ist unser Bekenntnis:
Es ist sicher kein Zufall, der
uns hier in der Dorotheergasse 16 zusammenführt,
sondern wir glauben daran,
dass uns Gott ganz bewusst
hierher gestellt hat,
an diesen Ort, in diese Kirche,
in diese weltweite Ökumene.
Dass „REFORMIERT SEIN“
nicht nur ein exotisches Anderes im Konzert der Konfessionen ist,
wie eine Delikatesse im
Supermarkt der Glaubensgemeinschaften,
sondern eine ganz spezifische
Form, seinen Glauben zu leben,
die von uns immer wieder sehr
persönliches Engagement und Stellungnahme erwartet,
das führt uns hier zusammen.
Die Einladung euch daran aber
in diesem Sinne aktiv zu beteiligen,
euch
einzumischen,
und von Euren Rechten in der
Gemeinde Gebrauch zu machen,
die möchte ich nun im Namen
unseres Presbyteriums aussprechen.
Wir haben große Hoffnungen
und Erwartungen an euch,
an die nächste Generation.
Wirklich gut werden wird
unsere gemeinsame Zukunft aber nur,
wenn wir uns gemeinsam – über
alle Altersgruppen hinweg unter den einen Segen stellen.
In diesem Sinne: Herzlich
willkommen in unserer Gemeinde!