teatro caprile

 

 

 

teatro caprile – Heinrich Bullinger (1504 – 1575)

Ein schön spil von der geschicht der Edlen Römerin
          Lucretia
vnd wie der Tyrannisch küng Tarquinius Superbus
von Rhom vertriben vnd sunderlich von der Standt-hafftigkeit Junij Bruti des Ersten Consuls zuo Rhom

 

Österreichische Erstaufführung aus Anlass des 500. Geburtstags des großen Reformators und Begründers des Helvetischen Bekenntnisses. Das einzige Theaterstück Heinrich Bullingers ist literaturhistorisch das erste deutschsprachige Drama eines namentlich bekannten Humanisten, eine eigenständige Adaption eines in Renaissance und Humanismus beliebten antiken Stoffes und ein Markstein in der Geschichte der für die Schweizer Literatur im 16. Jahrhundert charakteristischen politischen Spiele. Schweizer Aufführungen sind aus den Jahren 1533, 1600 und 1939 verbürgt, die aktuelle Inszenierung durch das "teatro caprile" ist die erste außerhalb der Eidgenossenschaft und auch die einzige im Gedenkjahr.

Lucretia, die Gattin des Collatinus, wird nach einer Wette unter römischen Feldherren als die tugendhafteste Frau erkannt. Daraufhin verschafft sich der selbstherrliche und rücksichtslose Königssohn Sextus Tarquinius unter einem Vorwand Eintritt bei ihr und vergewaltigt sie. Aus Schmerz über diese "Schande" erdolcht sich Lucretia vor den Augen ihres Mannes Collatinus. Ihr „Opfertod“ löst den Umsturz und die Errichtung einer protodemokratischen Ordnung aus. Bald geraten aber die beiden gleichberechtigt an der Spitze des Staates stehenden Konsuln über die Strenge der Gesetzesauslegung in Streit, provozieren Geldgeschenke und Versprechungen des vertriebenen Königs eine Verschwörung, in die auch die Söhne des einen Konsuls verwickelt sind. Die Rache, die Lucretia erbeten hat, schlägt unter der Führung Brutus' in eine vollständige Entmachtung und Vertreibung der Tarquinier um.

Bestechung und Charakterstärke, Krieg und Gewaltbereitschaft, Gleichschaltung und Mitläufertum, Themen von ungebrochener Aktualität.

Die Aufführung in der Reformierten Stadtkirche fand am 9. Dezember 2004 statt. Die engagierten, heftig beklatschten Darstellerinnen und Darsteller brachten uns einen ungewöhnlichen, unterhaltsamen Theaterabend.

Es spielten:
Katharina Grabher
Nadine Hamersky
András Fekete
Wolfgang Fiala
Thomas Hennefeld
Andreas Kosek
Joe Pesl
Johannes Wolf
Regie:
Andreas Kosek
Musik:
Robert Pistorius, András Fekete
Kompositionen:

Heinrich Bullinger, William Byrd, Robert Pistorius, Ludwig Senfl
Licht:
Dimitri Macek
Kostüme:
Angelika Höckner

 

 

SZENENFOTOS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

http://members.vol.at/teatro.capril

Eine interessante wissenschaftliche Arbeit
zum Lucretia-Thema gibt es
hier.

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