www.reformiertestadtkirche.at

"Wir sollten Demokratie spielen -
und haben es ernst genommen"

Podiumsdiskussion des Reformierten Klubs

am 26. Jänner 2006

mit Mercedes Echerer
Schauspielerin, ehem. Abgeordnete
zum Europa-Parlament

 

 

Die bekannte Bühnen- und Filmschauspielerin Mercedes Echerer war von 1999 bis 2004 Abgeordnete zum Europa-Parlament für die Grünen, ohne Parteimitglied zu sein. Sie war im Kulturausschuss, aber auch in weiteren Ausschüssen, wie "Recht und Binnenmarkt", tätig. Sie startete eine erfolgreiche Initiative zur Verhinderung einer geplanten EU-Richtlinie, nach der Software nach dem Vorbild der USA über den urheberrechtlichen Schutz hinaus patentiert werden sollte. Diese Richtlinie hätte viele kleine Betriebe im IT-Bereich die Existenz gekostet;  nach jahrelangem Tauziehen wurde sie schließlich 2005 vom EU-Parlament mit großer Mehrheit abgelehnt. An diesem Beispiel zeigte Mercedes Echerer, dass es möglich ist, auch auf EU-Ebene als Einzelperson etwas zu bewegen.
Das im Jahr 2003 in Wien veranstaltete europäische Filmfestival  "EU-XXL film" wurde von Mercedes Echerer ins Leben gerufen. Sein Anliegen war es, mit Hilfe des Kinos Interesse für die Lebensumstände der Menschen jenseits der bisherigen EU-Grenzen zu wecken.
 

 

Mercedes Echerer schilderte den Alltag im EU-Parlament und in den Ausschüssen plastisch und humorvoll. Sie betonte, dass EU-Abgeordnete bei ungleich intensiverer Reise- und Sitzungstätigkeit gleich viel verdienen wie jeweils die nationalen Abgeordneten, und beklagte das Desinteresse und die Ablehnung der EU durch die österreichische Bevölkerung ebenso wie die verfehlte nationale Politik in Eu-Belangen. Etwa im Bereich "Wegekostenrichtlinie" und "Ökopunkte" hätte Österreich es versäumt, sich Verbündete gegen die italienische Frächterlobby zu suchen.

 

 

Zurück in Österreich, versucht Mercedes Echerer nun mit verschiedenen kulturellen Initiativen der hierzulande herrschenden EU-Skepsis zu begegnen. Ihre in der Diskussion gezeigte Begeisterung für das Projekt Europa - mit seinen Eckpfeilern Friede, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und soziale Balance - wirkte ansteckend. Der gelungene und interessante Diskussionsabend war leider viel zu kurz, um alle Aspekte anzusprechen.

zum Anfang