Albert J. Welti:
SERVET IN GENF
Aus Anlass des 500. Geburtstags Johannes Calvins brachte das schon wohlbekannte teatro caprile (siehe auch: Lucretia) das am 07.11.1931 im Stadttheater Bern uraufgeführte Stück "Servet in Genf" nach Wien. Michael Servet (1511-1553), Arzt und Leugner der Trinität, wurde von Johannes Calvin an die katholische Inquisition verraten. Auf seiner Flucht zog es ihn nach Genf, wo er - nach verschiedenen Episoden mit den sogenannten Libertinern, die Calvins strenges Regiment ablehnten - Calvin aufsuchte. Dieser verweigerte das Gespräch, riet Servet allerdings zu fliehen. Dazu war es zu spät: In Genf wurde Servet verhaftet und vom Rat der Stadt nach einem Gerichtsverfahren zum Tod verurteilt.
Das Stück zeigt die dunklen Seiten Calvins; zu bedenken ist aber, dass Gotteslästerung damals auch vor der weltlichen Gerichtsbarkeit als todeswürdiges Verbrechen galt und auch andere Reformatoren sich für die Verurteilung Servets aussprachen.
Die österreichische Erstaufführung fand am 15.05.2009 in der Zwinglikirche statt. Die Aufführung in der Reformierten Stadtkirche fand am 14.06.2009 statt. Weitere Aufführungen im Herbst u.a. in Genf, Villach, Bludenz und Bregenz.
Es spielten:
RRemi Brandner - François
Favre
Katharina Grabher - Benoite Ameaux u.a.
Rainer Gradischnig - Amiet Perrin u.a.
Esra Ilgin - Nymphe u.a.
Andreas Kosek - Peter Vandell u.a.
Christoph Prückner - Johannes Calvin
Stefan Rager - Michael Servet
Oliver Roitinger - Philibert Berthelier u.a.
Maria Steinberger - Daniel Berthelier u.a.
Julia Maria Vurglics - Judith Stordeur u.a.
Regie:
Andreas Kosek
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