Bericht, Eindrücke und Argumente
von Gabriele Jandrasits*

Der Vortrag von Dr. Fischl war sehr interessant, brachte aber für mich vorerst keine Neuigkeiten.
Die anschließende Diskussion zeigte jedoch einige Probleme auf, die Dr. Fischl sehr kompetent behandelte. Mit PID kann man mit Hilfe von Ultraschall, Fruchtwasserpunktion etc. vorgeburtliche Untersuchungen durchführen, bei denen man Erbkrankheiten oder etwa das Down-Syndrom und andere diagnostizieren kann. Natürlich kann man auch das Geschlecht bestimmen. Wenn nun feststehen sollte, dass dieser Embryo eine genetische Krankheit hat, darf er abgetrieben werden.

Das Problem dabei ist, dass dieser Embryo bereits mittels Intensivmedizin am Leben erhalten werden könnte, wenn vorzeitig geboren würde, d.h. die Mutter ist bereits in der 24. bis 25. Schwangerschaftswoche. Die Argumente der Wissenschaft: Man ermöglicht einer Frau bzw. einem Elternpaar dieses Kind, das also nicht gesund zur Welt kommen wird, abzutreiben. Meine Überlegung: Es gibt keine Garantie auf ein gesundes Kind. Manche nach den Untersuchungsergebnissen gesunde Kinder erleiden durch den Geburtsverlauf eine Schädigung. Was ist dann, töte ich es auch ? Zurückgeben kann ich es ja nicht mehr. Ein Kind, das gesund geboren wurde, kann im Laufe seines Lebens eine schwere Krankheit, einen Unfall usw. erleiden, töte ich es dann auch ? Es ist mir schon klar, dass mit dieser Methode sehr viel Leid verhindert werden kann. Und das soll es auch, aber sollten wir nicht nachdenken, ob ein Zuviel an Diagnostik manchmal das Leben nicht noch schwerer macht? Natürlich liegt die Entscheidung zu einer intensiven Untersuchung und allenfalls einer Abtreibung immer bei der Mutter oder vielleicht auch bei dem Elternpaar. Ich finde es auch in Ordnung, dass es heute diese Möglichkeiten gibt. Ich würde mir nur wünschen, dass die Medizin menschlicher wird und nicht nur aus Profitgier und Geltungsdrang die Frauen verunsichert und mit Entscheidungen allein lässt.
Es hat mir persönlich sehr leid getan, dass keine jungen Gäste bzw. Frauen im gebärfähigen Alter anwesend waren, denn das hätte vielleicht auch noch andere Blickwinkel eröffnet, als die von denen, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keinen Nachwuchs mehr planen oder erwarten.
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*Gabriele
Jandrasits, Mitglied des Presbyteriums, Synodale
Der Text gibt die persönliche Meinung der Verfasserin wieder.