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ZSIGMOND VARGA
(1919-1945)

 

 

Der Folder "Zsigmond Varga zum Gedächtnis" (herausgegeben von Peter Karner im Auftrag des Evangelischen Oberkirchenrates H.B.), der anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel für Opfer des Nationalsozialismus aus der Gemeinde am 31. Oktober 2005 verteilt wurde, ist bereits 1997 erschienen, als im Memorial des Konzentrationslagers Gusen (Mauthausen) eine Gedenktafel für ihn enthüllt wurde. Hier eine Zusammenfassung des Inhaltes:

Dr. Zsigmond Varga wurde am 9. September 1919 in Debrecen/Ungarn geboren. Er studierte Theologie und Alterswissenschaften, besuchte 1943 in Basel die Vorlesungen des namhaften reformierten Theologen Karl Barth und wurde 1944 Doktoratsstudent an der Wiener Evangelisch-theologischen Fakultät. Neben seinem Studium betreute er als Seelsorger die in Wien lebenden ungarischen Reformierten und hielt ungarische Gottesdienste in der Reformierten Stadtkirche in der Dorotheergasse. Gerade dieser Dienst am Wort Gottes, das gemäß der Theologie von Karl Barth den absoluten Vorrang hat gegenüber allen Worten, Befehlen und Anmaßungen der Diktatoren, hat ihn mit dem Nationalsozialismus in Konflikt gebracht.
Bei einer seiner Predigten war ein in Zivil auftretender Gestapo-Agent anwesend, der vergeblich versuchte, ihm das Wort zu entziehen. Wenige Tage später, am 19. Oktober 1944, wurde er von der Gestapo verhaftet. Nach einigen Monaten Haft in der Roßauerkaserne, wo er an Typhus erkrankte, wurde er nach Mauthausen und später nach Gusen gebracht, wo er am 5. März 1945 starb. Die Gestapo vermerkte als Todesursache "Herzmuskelschwäche-Pneumonie". Das war die übliche Umschreibung dafür, dass jemand vom Faschismus direkt oder indirekt ermordet worden war.
Zsigmond Varga hat seinen Glauben auch dann bezeugt, als er wusste, dass er damit das eigene Leben aufs Spiel setzte.

 

31. Oktober 2005-
Enthüllung der Gedenktafel
für Opfer des Nationalsozialismus
aus der Gemeinde

 

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